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Die Biomanipulation
   
 
 

 

Kurze Begriff-Erklärung:

 

Die Bio-Manipulation ist der Versuch, die Wasserqualit√§t mit Hilfe von "nat√ľrlichen" Faktoren zu beeinflussen.

 

D i e    g r √ľ n e    L u n g e

 d e s    S e e ` s

 

Welchen Zustand hätten Sie denn gern?

Seen sind Auffangbecken f√ľr N√§hrstoffe aus der Landwirtschaft. Vor allem um den Phosphor konkurrieren mikroskopisch kleine Algen und untergetauchte Wasserpflanzen.

Algen tr√ľben das Wasser oft sehr stark. Das Licht reicht dann nicht mehr bis zum Grund und h√∂here Wasserpflanzen sterben ab. Bestimmte Algen k√∂nnen in Massenentwicklungen f√ľr Mensch und Tier giftig sein. Badeverbote sind dann unausweichlich.

Wasserpflanzen dagegen sind auch in grossen Mengen ungef√§hrlich, zudem tr√ľben sie das Wasser nicht und st√∂ren nur bei ausgesprochenen Massenentwicklungen.

 

Wof√ľr brauchen wir untergetauchte Wasserpflanzen?

Wasserpflanzen

- sind nat√ľrlicher Bestandteil unserer Seen und Teiche

- bieten Lebensraum und Laichplatz f√ľr viele Fische und Kleintiere

- binden Nährstoffe des Freiwassers in ihrer Biomasse

- verdrängen Algen durch Konkurrenz um Nährstoffe

- stabilisieren mit ihren Wurzeln das Sediment

- können durch gezielte Mahd entfernt werden. Dadurch werden dem Gewässer Nährstoffe und Biomasse entzogen.

 

Wenn Wasserpflanzen √ľberhand nehmen

Dichte Wasserpflanzenbest√§nde sind f√ľr das √Ėkosystem im See kein Nachteil. Auch das Schwimmen in solchen Bereichen stellt keine Gef√§hrdung dar, solange man keine Angst hat.

Ist jedoch eine Nutzung (Baden, Segeln) zu stark eingeschr√§nkt, kann wie bei jeder Wiese, mit gezielter Mahd Abhilfe geschaffen werden. Hierf√ľr werden spezielle M√§hboote hergestellt.

 

Nahrungsketten-Steuerung

Die Zufuhr von Pflanzenn√§hrstoffen (Eutrophierung), vor allem aus landwirtschaftlichen Fl√§chen, in ein Gew√§sser f√ľhrt zu verst√§rktem Wachstum von mikroskopisch kleinen Algen. Diese tr√ľben das Wasser, so dass das Licht nicht mehr bis zum Grund reicht und h√∂here Wasserpflanzen nicht wachsen k√∂nnen. Das gesamte Okosystem ist stark ver√§ndert und Gew√§ssernutzungen sind dadurch oft eingeschr√§nkt.

Viele kleinere Standgew√§sser sind derzeit in einem kritischen √∂kologischen Zustand, so dass Gew√§ssernutzungen langfristig gef√§hrdet sind. Ein Forschungsvorhaben des Bayerischen Landesamtes f√ľr Wasserwirtschaft soll hierzu im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums L√∂sungsm√∂glichkeiten aufzeigen.

 

Was tun?

Eine weitere N√§hrstofffernhaltung ist nur schwierig zu erreichen und Erfolge stellen sich meist erst nach langer Zeit ein. Zudem sind Algen mit technischen Mitteln nicht aus dem Gew√§sser zu entfernen. Daher ist es erforderlich, neben der N√§hrstofffernhaltung alle zur Verf√ľgung stehenden Ma√ünahmen, wie Ablassen, Wintern und Schlammentfernung zu nutzen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Restaurierungen wird zusätzlich steuernd in die Nahrungskette eingegriffen. Dabei werden wissenschaftlich gut belegte Erkenntnisse praktisch angewandt.

 

Prinzip der Nahrungskettensteuerung

Raubfische werden z.B. durch Besatz gezielt gefördert. Sie dezimieren planktonfressende Friedfische. Diese Dezimierung kann auch durch Abfischen erfolgen. Am besten werden beide Methoden kombiniert. Durch die Reduzierung der Friedfische werden weniger Wasserflöhe gefressen.

Algenfressende Wasserflöhe vermehen sich dann stark. Durch ihre Filtration wird das Wasser klarer.

Untergetauchte Wasserpflanzen können sich jetzt ansiedeln. Diese stabilisieren zusätzlich den erreichten Gewässerzustand. Mikroskopisch kleine Algen kommen nur in geringen Mengen vor.

 

Quelle: Wasserwirtschaftsamt